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Nach der positiv verlaufenden Diskussion zum neuen S-Bahnhof Himmelsthür bringt der Fahrgastverband Pro Bahn eine weitere Idee zum Ausbau der Hildesheimer S-Bahn ein: „Der Hildesheimer Ostbahnhof verfügt seit 2004 über verbesserte Verbindungen nach Hannover, die Ein- und Aussteigerzahlen sind seitdem deutlich gestiegen. Warum soll die S 4, die bisher am Hauptbahnhof endet, nicht bis zum Ostbahnhof verlängert werden und so noch mehr Fahrgäste in die Bahn locken?”, fragt Björn Gryschka von Pro Bahn. „Genau wie der geplante neue Halt in Himmelsthür liegt der Ostbahnhof mitten in der Besiedlung, die Verknüpfung mit der Buslinie 4 von und nach Itzum ist bereits heute gut.” Fachhochschule und Universität seien zudem fußläufig erreichbar.
Die Fahrgastvertreter haben ausgerechnet, dass die Zeit, die die S 4 heute in Hildesheim Hbf wartet, sehr gut für einen Abstecher zum Ostbahnhof reicht. „Noch immer bleiben dann 8 Minuten für die Wende des Zuges, 5 Minuten gelten als Untergrenze”, meint Gryschka.
Der Vorschlag sei natürlich mit Investitionen verbunden. „Doch wir sind überzeugt, dass sich das genau wie in Himmelsthür lohnen wird. In Himmelsthür gibt es noch keine Bahnsteige, am Ostbahnhof können die bereits vorhandenen benutzt werden. Auf der anderen Seite müssen hier 2 Kilometer Oberleitung verlegt und zwei neue Signale errichtet werden. Abhängig von einer genaueren Untersuchung versprechen wir uns einen ähnlichen volkswirtschaftlichen Nutzen wie für den Himmelsthürer Halt.”
Um Kosten zu sparen, schlägt Pro Bahn die Elektrifizierung nur von Gleis 2 des Ostbahnhofs vor. Aus einem vergleichbaren Projekt in Emden erwartet Pro Bahn hier einen Betrag von etwa 1 Mio. Euro. Der vorhandene Bahnsteig sei für die S-Bahn nutzbar, auch wenn eine geringe Stufe zwischen Fahrzeug und Bahnsteig bleibe. Bahntechnisch seien dann nur noch in und aus Richtung Groß Düngen zwei Signale zu berücksichtigen. „Die zusätzlichen Signale bieten auch für den verspätungsanfälligen Berufsverkehr zwischen Goslar/Bodenburg und Hildesheim dichtere Zugfolgen und damit pünktlichere Züge”, meint Gryschka. Der Bodenburger zieht den Vergleich mit seiner Heimatstadt: „Bad Salzdetfurth hat fünf Haltepunkte an der eurobahn. Da sollte sich Hildesheim mittelfristig nicht nur mit zwei S-Bahn-Halten zufrieden geben.”
Pro Bahn will den Vorschlag als dritte Stufe des Ausbaus der Hildesheimer S-Bahn verstanden wissen. „Zunächst einmal gilt es, mit der zweiten Stufe den Himmelsthürer Halt zu realisieren; danach sollte dann die Realisierung der S-Bahnverlängerung zum Ostbahnhof untersucht werden”, schlägt Gryschka vor.
Nachsatz: In einem Artikel der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 03.03.2010, der auf der vorstehenden Pressemitteilung beruht, unterstützt die Stadt Hildesheim generell die Pro Bahn-Idee, abhängig von den Kosten und einer Bewertung durch die LNVG. Die Sprecherin der LNVG Niedersachsen hält Pro Bahn in dem Artikel vor, ”etwas realitätsfern” zu sein. Die S-Bahn müsse - wenn Verlängerung - aus betrieblichen Gründen bis Groß Düngen geführt werden, was aufwändiger sei. Zudem sehe die LNVG keinen Bedarf.
Pro Bahn meint hierzu: Was ist Realitätsferne? Als vor genau 10 Jahren Pro Bahn in Bad Salzdetfurth die Aktion ”Ein Tag Zukunft” initiiert hatte - stündliche Fahrten mit einem modernen Nahverkehrstriebwagen - war die Lammetalbahn noch gekennzeichnet durch 30-km/h-Langsamfahrstellen und eine Betriebsruhe ab Samstag Nachmittag. Nur 3,5 Jahre später nahm die eurobahn den Verkehr mit ebensolchen Triebwagen und an 7 Tagen in der Woche auf, der Rest ist bekannt. Als Pro Bahn vor 5 Jahren ergänzend zur eurobahn-Bedienung des Ostbahnhofs regelmäßige Halte der RE-Züge nach Hannover forderte, wurde dies zunächst als Bedienung über Bedarf abgelehnt. Mittlerweile stellt niemand mehr den 2-stündigen Halt in Frage - und Pro Bahn denkt (wieder) optimistischer über das mittel- bis langfristige Potential des Ostbahnhofs als der eine oder andere. Doch zunächst gilt es, den Himmelsthürer Haltepunkt zu realisieren! Pro Bahn wird das Thema Ostbahnhof weiter verfolgen und sich zu gegebener Zeit wie gewohnt zu Wort melden.
Seit dem Ende der Herbstferien erleben Bad Salzdetfurther Schüler, die mit der eurobahn um 7.01 Uhr nach Hildesheim zur Schule wollen, fast jeden Tag dasselbe Bild: Die eurobahn kommt statt 7.26 Uhr 7 - 12 Minuten verspätet in Hildesheim Hbf an. „Das bedeutet für Bad Salzdetfurther Schüler eine deutliche Verspätung im Unterricht”, sagt Björn Gryschka von Pro Bahn, „denn die Schulbusse zu entfernteren Schulen fahren bereits um 7.35 Uhr ab. Das ist bei Verspätungen ab 6 Minuten nicht mehr zu schaffen.”
Eine Behebung des Verspätungsproblems scheint jetzt in Sicht: „Ursache für die Verspätung der eurobahn ist die dauernde Verspätung wegen ausgefallener Neigetechnik des DB-Zuges von Halle nach Hannover, der ab Groß Düngen unmittelbar vor dem Schülerzug aus Bad Salzdetfurth fahren soll”, erläutert Gryschka, „nach unserer Kenntnis soll ab 10.01.2010 ein Notfahrplan für die Bahnstrecke Halle - Hannover die geringere Höchstgeschwindigkeit der Pendolinos berücksichtigen und damit auch die eurobahn wieder pünktlich verkehren können.” Generell werden auch die Züge in anderen Zeitlagen zwischen Halle und Hannover durch den Notfahrplan angepasst, allerdings sind die bisherigen Pünktlichkeitsprobleme zumindest im Hildesheimer Bereich nur am frühen Morgen gravierend.
Pro Bahn würde es begrüßen, wenn schon kurzfristig für die letzten Schultage diesen Jahres wieder reguläre Verhältnisse hergestellt würden und der Bad Salzdetfurther Schülerzug ab Groß Düngen Vorrang vor dem DB-Zug aus Halle bekäme. Spätestens ab 10.01.2010 müsse die Pünktlichkeit der eurobahn aber wieder gewährleistet sein, fordert Gryschka.
Im Lammetal soll an Samstagen künftig bereits um 21.37 Uhr die letzte Verbindung ab Hildesheim nach Bodenburg verkehren. Seit 2 Jahren gibt es gute Bahn- und Busverbindungen ins Lammetal bis in den späten Abend - an 7 Tagen in der Woche. Tagsüber verkehrt die eurobahn stündlich, montags - samstags fährt bisher als letzte Verbindung um 22.20 Uhr ab Hildesheim ein Linienbus der RVHi sogar bis Lamspringe, sonntags fährt um 22.37 Uhr die eurobahn.
Björn Gryschka von Pro Bahn: „Seit die eurobahn nach Bodenburg fährt, wird die Bus-Spätverbindung ganz selbstverständlich im eurobahn-Fahrplan quasi ”zur Abrundung” mit aufgeführt. Der Kombitarif ermöglicht dem Fahrgast die flexible Wahl der Verbindung. Nun streicht die RVHi diese Verbindung ersatzlos - obwohl sogar die neuen eurobahn-Fahrpläne mit dem gewohnten Spätbus schon gedruckt sind.” Pro Bahn vermißt bei dieser Maßnahme ein Konzept: „Der Freizeitverkehr gerade in den Wochenendnächten ist stärker als unter der Woche. Auch in Hildesheim verkehrt der Stadtverkehr am Wochenende länger. Selbst auf den RVHi-Linien Richtung Hoheneggelsen und Söhlde gibt es ein spätabendliches Busangebot, das speziell auf das Wochenende ausgerichtet ist. Warum soll also ausgerechnet im Lammetal zum Wochenende das Angebot zurückgenommen werden und eine ärgerliche Lücke für die letzte Fahrmöglichkeit von Hildesheim am Samstagabend entstehen?”, ärgert sich Gryschka.
Am 28.11.2009 konnte Pro Bahn gut 80 Teilnehmer zur diesjährigen Adventsfahrt zum Nürnberger Christkindlesmarkt begrüßen. Das eigentlich beabsichtigte Chartern eines Sonderzuges für diese Fahrt konnte leider nicht realisiert werden, da die hierfür erforderliche Mindestteilnehmerzahl erstmals nicht erreicht wurde. So buchten wir spontan eine Gruppenfahrt im planmäßigen ICE und erreichten nach nur 3 Stunden Fahrt pünktlich die Frankenmetropole.
Zunächst wurde den interessierten Teilnehmern eine Führung im DB-Verkehrsmuseum mit dem Schwerpunkt ”Die Eisenbahn zur Zeit des Nationalsozialismus” angeboten. Hier wurde sehr anschaulich erläutert, wie die damaligen Machthaber das auch Verkehrsmittel Eisenbahn für ihre politischen Pläne instrumentalisierten. Anschließend bestand Gelegenheit sich auf dem weltberühmten Weihnachtsmarkt bei Lebkuchen, Glühwein und den bekannten ”Drei in a Weckle” (3 Nürnberger Rostbratwürstchen im Brötchen) zu stärken. Auch Deutschlands erste ferngesteuerte U-Bahn ohne Triebfahrzeugführer stieß bei einigen Teilnehmern im Nürnberger Untergrund auf großes Interesse.
Am frühen Abend traten wir dann (ein wenig erschöpft) den Heimweg an und erreichten pünktlich wieder die Heimatbahnhöfe Alfeld und Hildesheim.
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